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Rodenkirchen Brücke, Golden Gate Bridge, Brücken

80 Jahre Autobahnbrücke Köln-Rodenkirchen: Kleine Schwester der Golden Gate

In diesem Jahr hat sich der 80. Jahrestag des Baubeginns der Rodenkirchener Autobahnbrücke gejährt. Sie ist die südliche und intakte der beiden Kölner Rheinbrücken, die zur A4 gehört. Die Nördliche bei Leverkusen ist Teil der A1 und seit 2014 für LKW dauerhaft gesperrt, sie soll mittelfristig abgerissen werden.

Dasselbe in Grün
Für Fans der Golden-Gate-Brücke in San Francisco kann eine Fahrt über die stählerne Hängebrücke bei Köln ein deja-vù-Erlebnis sein. Beiden gemeinsam ist ein markantes Detail: In Schlaufen legen sich alle 10,5 m, ca. 5 cm starke Vertikalseile um das ca. 50 cm starke und aus 61 Litzen bestehende Tragkabel und übertragen so die Fahrbahnlast auf dieses. Metallschellen verhindern ein Verrutschen auf dem abfallenden Kabel. Auch die Fixierung der vertikalen Stahlschlaufen ist identisch detailliert. In der Farbe unterscheiden sich die beiden Brücken freilich: Die Bekanntere ist dunkelrot, das kölsche Pendant wirkt, als ob es Grünspan angelegt hätte.

Entworfen wurde die Kölner Brücke in den 1930er Jahren im Büro von Paul Bonatz (1877-1956), den man heute vor allem als Erbauer des alten Stuttgarter Hauptbahnhofes kennt. Mit der Ausführungsplanung der von ihm als Hängebrücke konzipierten Rheinquerung beauftragte er seinen Mitarbeiter Fritz Leonhardt (1909-1999). Dieser hatte kurz zuvor in den Vereinigten Staaten ein Praktikum bei seinem Onkel Otto Nissler gemacht, einem Ingenieur bei der Bethlehem Steel Corporation, die mit dem Bau der Golden Gate Bridge beauftragt war.

Erdverankerte Kabelhängebrücke

Bei der zunächst aus 12.500 t Stahl bestehenden Rheinbrücke handelt es sich um eine erdverankerte Kabelhängebrücke, die zwischen 1938 und 1941 errichtet wurde. Zum Zeitpunkt ihrer Fertigstellung war sie mit ihrer Länge von 567 m die größte Hängebrücke Europas. Ihre Pylone sind jeweils 59,4 m hoch, die längste Stützenweite beträgt 378 m und die Konstruktionshöhe der Fahrbahn beträgt 3,3 m. Durch schwere Bombentreffer im Januar 1945 zerstört, wurde sie in den Jahren 1952-54 wieder aufgebaut. Infolge von Materialverbesserungen und technischer Optimierungen, wie eine Stahlbetonverbundfahrbahn, sparte man im Vergleich zur ersten Version 3.000 t Stahl ein, auch konnten die Pylone instandgesetzt werden.

Ursprünglich war die Rodenkirchener Brücke der Golden Gate noch etwas ähnlicher, da jeder Pylon nur eine Durchfahrt besaß: Zwischen 1990 und 1994 wurde die Brücke jedoch 6-streifig ausgebaut und erhielt an ihrer Nordflanke einen annähernd identischen Zwillingsbau.

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