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Flughafen, Seattle, Fußgängerbrücke, Stahlhohlkasten, Brückenlift, Skidmore, Owings & Merrill (SOM), schlaich bergermann partner (sbp)

Aerial Walkway: Sea-Tac Airport bei Seattle

Der »Sea-Tac« liegt zwischen den Hafenstädten Seattle und Tacoma am Puget im US-Bundesstaat Washington, unweit davon befindet sich das große Werk von Boeing. Der Aerial Walkway, der jetzt gebaut wird, um zwei Terminals zu verbinden, lässt sich von der größten Maschine (747-8) unterfahren. Seine lichte Durchfahrtshöhe beträgt 80 Fuß (24,38 m), der eigentliche Brückenkörper erstreckt sich über eine Spannweite von 650 Fuß (198,11 m).

»Brückenlift«
Ein Konsortium aus den Planungsbüros Skidmore, Owings & Merrill (SOM) und Miller Hull Partnership war  2015 zusammen mit der Baufirma Clark Construction Group ausgewählt worden, um die International Arrivals Facility (IAF) des Sea-Tac zu sanieren und zu erweitern. Dazu gehört auch der Aerial Walkway. Mit dessen Tragwerksplanung waren die Ingenieure von schlaich bergermann partner (sbp) beauftragt. Aus der Anordnung der zugehörigen Rolltreppen und Aufzugsschächte sowie deren barrierefreie Anbindung entstand die Geometrie eines auf der Spitze stehenden Dreiecks als Brückenköpfe. Die Druckkräfte werden über geneigte Stützen abgeleitet, die seitlich des Rolltreppenkastens angeordnet sind. Dieser Entwurf erlaubte die Vorfertigung des mittleren Brückenabschnitts außerhalb des Rollfeldes, die knapp 200 m lange »Röhre« wurde per Schwertransport unterhalb ihrer künftigen Position platziert. Danach zog man sie mit auf den Brückenköpfen temporär montierten Winden an Stahlseilen nach oben. Die Störung des Flugbetriebs und die Schließung des entsprechenden Rollfeldbereiches konnten so auf nur sieben Tage beschränkt werden.

Auch nach dem »Brückenlift« halten die geneigten Brückenauflager das Mittelstück wie Kranausleger querkraftmomentfrei in seiner Position. Halt geben vier jeweils 140 mm starke, rückwärtige Zugseile, die vertikal im Untergrund verankert sind. Der Brückenkörper besteht aus einem oberen und einem unteren Stahlhohlkasten mit Seitenarmen. Dabei weist – anders als etwa bei Autobahnbrücken – die breite Fläche des Obergurts nach unten, da er im Deckenbereich des künftigen Skywalks angeordnet ist. Vertikal sind beide Tragelemente mit 115 mm starken Stahlstangen verbunden. Diese dienen der Lastverteilung auf den Obergurt, wodurch der Querschnitt des unteren Hohlkastens reduziert werden konnte.

Körper mit Bauchung
Den Brückenfußboden bildet eine orthotrope (biegesteife) Stahl-Beton-Platte, die zusätzlich alle zehn Fuß (3,00 m) von Stahlquerträgern unterfangen wird. Im gleichen Rhythmus gehen seitliche Diagonalausleger zu den auskragenden Seitenflächen ab. Im Bereich des Deckenträgers auftretende Querkräfte werden durch horizontale Diagonalstreben im Abstand von 20 Fuß (6,00 m) aufgenommen. Zur Mitte hin nimmt die Brückenbreite von 20 Fuß (6,00 m) auf 38 Fuß (11,58 m) zu. Ähnlich einer griechischen Säule hat der Brückenkörper eine Bauchung, eine Entasis. Statisch entsteht so aus einem linearen Körper ein konusartiges Raumtragwerk, dem eine zusätzliche Steifheit immanent ist. Um ein von Seitenwind ausgelöstes Schwingen der Brücke zu mindern, sind in der Brückenmitte Dämpfer vorgesehen.

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