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Alter Wall Hamburg: Einschwimmen einer Brücke

Derzeit entsteht an der Straße »Alter Wall« in Hamburg, direkt am Alsterfleet – der einzigen schiffbaren Verbindung von Alster und Elbhafen – und in unmittelbarer Nähe zum historischen Rathaus ein neues, gleichnamiges Büro- und Geschäftszentrum.

Auf dem Grundstück standen fünf, in der Nachkriegszeit stark überformte Altbauten, deren klassizistische Fassaden zur Straße hin jedoch erhalten blieben. 2015 gewann das Hamburger Architekturbüro gmp den Planungswettbewerb, mit einem Konzept, bei dem der fünfgeschossige Neubau zusätzlich über eine neue Fußgängerbrücke über den Alsterfleet erschlossen und an die hanseatische Haupteinkaufsstraße »Neuer Wall« angeschlossen wird.

Formaler Ansatz für die Architekten war dabei ein markantes Eingangsportal an der straßenseitigen Bestandsfassade. Dessen Achse führten sie geradlinig durch den Neubau hindurch und schlossen daran axial die besagte Kanalbrücke an, welche vis-á-vis auf den fußläufigen Alsterarkaden mündet. Brandschutztechnisch nicht uninteressant ist die Einstufung der Passage als Rettungsgasse, weshalb dieselbe mit einer massiven Betonkonstruktion innerhalb des Neubaus tunnelartig eingehaust wurde.

70 t Alsterbrücke
Die rund 32 m lange Brücke stößt unmittelbar an die Neubaufassade. Da der Alsterfleet von der touristischen Personenschifffahrt regelmäßig durchfahren wird, war seine Sperrung über einen längeren Zeitraum für den Brückenbau undenkbar. In solchen Fällen werden die Brücken vorproduziert und mit einem leistungsstarken Autokran eingehoben, was aber aufgrund der beengten, städtebaulichen Situation und dem Gewicht von rund 70 t nicht möglich war. Deshalb entschied sich das ausführende Stahlbauunternehmen Lamparter aus Kassel, die Brücke mit einem Pontonschiff einzuschwimmen und sie von diesem dann hydraulisch hinauf in ihre Position zu »drücken«. Um Gewicht zu sparen, war zu diesem Zeitpunkt der Gehwegbelag aus Gussasphalt auf dem Brückenhohlkasten aus Stahl noch nicht aufgebracht. Auch die Geländer waren nicht montiert, da man mit diesen die Durchfahrtshöhe der anderen Fleetbrücken von kaum 3 m überschritten hätte. Für die eigentliche Brückenmontage war dennoch eine vollständige Sperrung des Schifffahrtsweges erforderlich, allerdings reichte ein Tag im vergangenen Herbst.

 

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