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Dubai Frame, Fernando Donis, Foto: Arcadis Consulting Middle East Ltd.

Dubai Frame: Im Rahmen geblieben

Der 2018 fertig gestellte und im Zabeel Park gelegene Dubai Frame ist eine 150 m hohe und 93 m breite Touristenattraktion, die - je nach Blickrichtung - entweder die Skyline rund um den Burj Kahlifa, das derzeit höchste Haus der Welt oder den Stadtteil Deira, die Altstadt der Metropole rahmt. Der superschlanke Doppelturmbau fußt auf einem Entwurf des Architekten Fernando Donis aus dem Jahre 2008, zu dem Werner Sobek das Tragwerkskonzept beisteuerte. Zum Bedauern aller Beteiligten kam jedoch keine Beauftragung zu Stande und nach erheblicher Verzögerung realisierte das Projekt die Dubai Municipality in Eigenregie.

Ursprünglich war eine rechteckige Rahmenkonstruktion vorgesehen, die in der Realisation jedoch einem rhombischen Querschnitt wich. Beide Turmbauten bestehen aus einem zentralen Aufzugkern, mit flankierenden dreieckigen Versorgungsschächten und einem umlaufenden, trapezförmigen Treppenhaus. Sie lagern auf pyramidalen Fundamenten, die wiederum auf Pfahlgründungen stehen. Beide Türme bestehen aus Ultra-High-Performance-Concrete (UHPC), der in kranabhängiger Kletterschalung eingebracht wurde. Die Wandungsstärke nimmt von unten nach oben von rd. 1,5 m auf ca. 0,3 m an der Spitze ab. Sowohl die beiden Türme in ihren Spitzen, wie auch der Querträger in seiner Mitte besitzen mechanische Schwingungsdämpfer zur Reduktion der Pendelbewegung bei Windlast.

Klassischer Fachwerkträger
Während die beiden vertikalen Elemente aus Beton erstellt wurden, besteht ihre horizontale Verbindung aus einem stählernen Raumtragwerk. Deren Unter- und Obergurte sind Rechteckträger, die in der Senkrechten mit Diagonalen ausgefacht, einen klassischen Fachwerkträger formen. Verbunden sind beide über Nebenträger, auf denen Betonfertigteildecken liegen. Die Bodenkonstruktion spart ein 25 m² großes Feld mit begehbarer Glasscheibe aus. Der formale Reiz des Gebäudes besteht in seiner perforierten, auf die große Distanz hin jedoch gleichförmig erscheinende Fassade. Sie weckt einerseits in geometrisch-abstrahierter Form Assoziationen an orientalisches Dekor, ermöglicht aber gleichzeitig das Kaschieren des diagonalen Fachwerkträgerrasters, um dennoch ein mit großen Glasflächen versehenes Panoramadeck zu schaffen.

Bauablauf
Zunächst wurden beiden Türme errichtet und dann der Sockelbau geschaffen. Auf dessen Flachdach wurde die Unterkonstruktion des Querträgers montiert und nach oben gezogen. Dann erst begann der Innenausbau und die Fassade wurde montiert. Im November 2018 erhielt der Dubai Frame den StructuralAward der britischen Institution of Structural Design in der Kategorie »Hohe oder schlanke Bauten«.

 

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