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Pininfarina SpA, Istanbul, Flughafen, Lotsenturm, AECOM

Eher Skulptur als Architektur: Lotsentower Flughafen Istanbul

Als Inspiration für den neuen Lotsentower diente Pininfarina Architects das Symbol der Stadt Istanbul, die Tulpe. Der neue, 40km nordöstlich von Istanbul gelegene Flughafen liegt in einer erdbebengefährdeten Region mit starken Winden.
 
Erdbebengefahr plus  Starkwinde

Dies musste beim Entwerfen für den neuen Flughafentower besonders bedacht werden, da er mit einer Höhe bis zu 168 Metern statisch besonders anfällig ist. Darüber hinaus ist der Boden des Gebiets potentiell gefährdet, die vorhandenen seismischen Kräfte und Schwingungen zu verstärken. In einem Bodengutachten wurde geprüft, ob das Risiko der Verflüssigung einer oder mehrerer Bodenschichten eventuell durch eine Bodenverdichtung gestoppt werden könnte. Um trotzdem die Standfestigkeit des Towers zu gewährleisten, wurden die Fundamente aus Beton tief in die Erde gegraben und durch Pfähle verstärkt. Schlussendlich waren diese Faktoren der Schlüssel für das Turmdesign.
 
Stahlbetongerüst mit Steckstäben
Die Primärstruktur bildet ein Stahlbetongerüst mit Steckstäben vom Fundament bis zur Unterseite des Lotsentowers. In dieser Konstruktion befinden sich die Treppenhäuser, Aufzugs- sowie Versorgungsschächte. Der Kern konnte unter Verwendung einer kontinuierlichen Schalungsmethode aus einem Guss hergestellt werden. Er dient als Unterkonstruktion für die Installation der Verkleidung. Die Verkleidung trägt nicht zur primären Lastabtragung bei, weshalb ein geeigneter, robuster Detailierungsgrad benötigt wird, um eine Ablösung während eines Erdbebens oder starken Windböen zu verhindern. Verbindungen in der Verkleidung erlauben Bewegungen bis zu einem gewissen Grad und blockieren ab einer zu großen Bewegungsspanne, um mögliche Abrisse zu verhindern. Die großen Überhänge sind aus Virendeelträgern konstruiert, die durch die Decken des Turms stabilisiert werden.
 
Modulare Stahldiagridstruktur
Die herausstehenden Flügel des Turms sind aus einer modularen Stahldiagridstruktur. Sie wurden an einer niedrigen Ebene des Turms aufgerichtet und dann bis zur Installationshöhe nach oben gehoben. Da der Flughafen ein Neubau ist bestehen keine betriebsbedingten Höchstgrenzen für die Höhe der Kräne. Um den richtigen Schlankheitsgrad zu finden und Überspannung zu verhindern, wurde das Verhalten der Struktur unter Windgeschwindigkeiten von mehr als 34m/s überprüft.

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