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Werner Sobek, Universität Stuttgart, Demonstrator Turm

Erstes adaptives Hochhaus der Welt: Spatenstich in Stuttgart

»Mit diesem Projekt werden wir unsere weltweite Spitzenposition im Leichtbau nicht nur halten, sondern weiter ausbauen«, sagt Prof. Werner Sobek, Sprecher des Sonderforschungsbereiches der Universität Stuttgart. Dieser befasst sich mit Material-, und Energieeinsparung im Bauwesen, angepasst an eine wachsende Weltbevölkerung und die limitierte Verfügbarkeit natürlicher Ressourcen. 14 Institute unterschiedlicher Fachbereiche untersuchen in interdisziplinärer Zusammenarbeit das Potential und die Anwendbarkeit adaptiver Systeme im Bauwesen.

Bis zum Sommer 2019 sollen sich, auf einer Grundfläche von 5 m x 5 m, die geplanten zwölf Geschosse des Demonstrator-Hochhauses mit einer Gesamthöhe von 36,50 m erheben. Ein angrenzender Treppenturm wird die vertikale Erschließung und Versorgungsleitungen beinhalten. In die Tragstruktur werden aktive Elemente integriert, die die Schwingungen durch Windkräfte im Zusammenspiel aus Sensorik und Aktorik ausgleichen. Sensoren sollen auftretende Verformungen erfassen, während Hydraulik-Aktoren die Schwingungen durch Gegenkräfte abdämpfen und auftretende Spannungen minimieren. Wichtig ist den Forschern dabei auch, dass die gesamte Gebäudestruktur flexibel und austauschbar bleibt. Nicht nur die Fassade, sondern auch die Tragstruktur sollen leicht gewartet beziehungsweise ausgewechselt werden können. Für die Fassade ist zunächst eine einlagige, teilweise rezyklierte Membrane vorgesehen. Nach und nach soll diese durch verschiedene Hüllelemente ersetzt werden, die sich aktiv auf den Licht- und Energieeintrag in das Gebäude sowie den Luftaustausch und den Wärmedurchgang auswirken.

Das Demonstrator-Hochhaus soll bis mindestens 2028 stehen, eine Verlängerung des Projekts ist nicht ausgeschlossen. Als Vorbereitung zum Bau des Demonstrator-Hochhauses entsteht auf dem Testgelände der Universität in Stuttgart-Vaihingen gerade eine weitere, lediglich zweidimensionale Struktur mit 5 m Breite und 9 m Höhe, die am 5.12.2018 in Betrieb gehen wird, um erste Aktoren-Tests in den Stützen und Diagonalen durchzuführen.

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