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Ramon International Airport, Israel, Amir Mann Ami Shinar Architects Lltd.

Felsformation: Ilan and Asaf Ramon International Airport, Negev-Wüste, Israel

Eilat liegt in der Südspitze des Dreiecks, das die Staatsgrenzen von Israel im Bereich der Negev-Wüste bilden. Die rund 50 000 Einwohner zählende Hafenstadt liegt am Nordende des Golf von Akaba und der schmale, hier von Ost nach West verlaufende Küstenstreifen bildet Israel's Zugang zum Roten Meer. Insofern verwundert es nicht, dass der alte Flugplatz nicht weit vom Strand entfernt ist und die Stadt in den letzten Jahrzehnten um diesen herum gewachsen ist. Aus nahen Häusern schaut man direkt auf die Landebahn, die im Satellitenbild als ein breiter innerstädtischer Boulevard erscheint.

Der neue Ilan and Asaf Ramon International Airport liegt gut 25 km nördlich von Eilat. Mit seiner Eröffnung wird der bisherige geschlossen und zu einem Teil der Innenstadt weiterentwickelt. Da das Gelände mitten in der Wüste liegt, fühlten sich die Planer, Amir Mann und Ami Shinar Architekten aus Tel Aviv, einerseits unbelastet von irgendwelchen typologischen Formen, die es zu adaptieren galt, andererseits suchten sie nach inspirierenden Strukturen für ihren Entwurf. Diese fanden sie in den Felsformationen des nahen Tamni Nationalparks.

Das realisierte Ensemble besteht aus vier Bauteilen, deren weiße Außenhaut sich zu wild gefalteten Freiformen auftürmen: Einem mittigen Hauptgebäude, zwei dies entlang des Rollfeldes flankierenden Service-Einheiten und schließlich den expressiven Tower. Das Terminal besteht aus einer Skelettkonstruktion aus Stahlbeton. Sie ist eingefasst mit einer isolierenden und die intensive Sonneneinstrahlung reflektierenden, reinweißen Aluminiumverkleidung, die aus dreieckig angeordneten Paneelen erstellte wurde.

Das Gebäudeinnere besteht aus einer natürlichen Bambusverkleidung, die im harten Kontrast zur technoiden Außensilhouette steht. Glasfassaden teilen das Passagierterminal an seinen Ein- und Ausgängen sowie Terrassen in ankommenden und abgehenden Passagierverkehr auf. Zudem werden so die Sicherheitsprozesse organisiert. Über einen begrünten Innenhof mit Freiluftcafé gelangt natürliches Licht tief in das Gebäude hinein. Inmitten der hektischen Reiseabfertigung vermittelt der intim erscheinende Ort inmitten des Terminals den Charakter einer Oase. Statisch bemerkenswert sind die abstrahierten Baumstützen, die das Dach der großen Halle tragen und die in eigentümlicher Weise abgeknickt sind. Durch ihre Ausbildung entstehen enorme Horizontalkräfte, welche in der Dachkonstruktion kompensiert werden. Damit verteilten die Planer aber auch die Stützenauflast auf vier Auflagerpunkte in der Deckenfläche und minimierten so subtil Durchstanzneigung im Bereich der Stütze, nicht zuletzt wegen der ohnehin zusätzlich erforderlichen Horizontalkraftbewehrung.

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