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Flughafen, Peking, Raumtragwerk, Terminal, Seestern, Photovoltaik, Zaha Hadid Architects, Hufton+Crow

Flughafen mit Seestern: Beijing Daxing International Airport

Pünktlich zum 70. Jahrestag der chinesischen Revolution hat am 1. Oktober der Flughafen Beijing Daxing offiziell eröffnet. Dieser hatte schon einige Wochen zuvor seinen Betrieb aufgenommen, was allerdings formal als Testphase bezeichnet wurde: der geschichtsträchtige Termin durfte durch keine Panne gefährdet werden.

Der zweite Großflughafen der chinesischen Kapitale besitzt sechs Start- und Landebahnen. Er wurde primär zur Entlastung des Bestehenden gebaut und ist ein Hort der Superlative: Bis zum Jahr 2025 soll er allein ein Passagieraufkommen von 72 Mio. Fluggästen haben und bis 2040 die Grenzen von 100 Mio. Nutzern und 4 Mio. Tonnen Fracht überschreiten. Damit würde er den aktuell weltgrößten Flughafen im US-amerikanischen Atlanta von dessen Spitzenposition verdrängen.

Sein Herzstück ist ein, in seiner äußeren Form abgerundetes Zentralterminal mit sechs radial angeordneten Armen, dass der Volksmund ob seiner roströtlichen Färbung und seiner amorphen Form schnell »Seestern« taufte. Entworfen wurde das Terminal mit 700.0000 m² Bruttogeschosfläche von Zaha Hadid Architects noch zu Lebzeiten der 2016 überraschend verstorbenen Bürogründerin. Die Leitidee bestand in der Schaffung eines Fluggastgebäudes der kurzen Wege, weshalb der am weitesten entfernte der 79 Flugsteige in weniger als acht Minuten zu Fuß erreichbar ist.

Die Mitte des Baus besetzt ein großes Oberlicht, das von einer halbkreisförmigen, sich nach oben weitenden, wandartigen Konstruktion gehalten wird und entfernt an einen gigantischen Blumenkelch erinnert. Von hier spannt die ansonsten stützenfreie Hallendecke bis zu 100 m weit über einen beeindruckend großen Zentralraum. Sie besteht aus einem komplexen Raumtragwerk, das aus verschweißten Stahlträgern besteht.

Das Terminal verfügt über 186 Boarding-Gates, 422 Check-In-Schalter, 63 Gepäckbänder und kann gleichzeitig das Passagieraufkommen von sechs Airbus A380-Maschinen bewältigen, für die es entsprechend viele Landebrücken gibt. Die Flughafenerschließung erfolgt über die Terminalnordseite, wo dieses eine, seinen Vorplatz »umarmende« Geste vollführt. In dessen Mittelachse liegt der Airportbahnhof, der oberirdisch zwar nicht mit dem Terminal verbunden ist, aus der Luft jedoch wie dessen sechster Arm erscheint. Unterirdisch starten hier Expresszüge im 20-Minuten-Takt ins 46 m entfernte Stadtzentrum.

Auf dem Dach des neuen Terminals wurde 10 MW starke Photovoltaik-Anlage installiert, um den gesamten Flughafen mit regenerativ gewonnenem Strom zu versorgen. Der neue Flughafen verfügt ferner über ein Abwärmerückgewinnungssystem, dass mit einem 2,5 Mio. m² großen Erdwärmepumpennetz verknüpft ist. Schließlich weist der Flughafen eine umfangreiche Wasserhaltung auf, die mit natürlicher Speicherung, Permeation und Reinigung arbeitet. Bis zu 2,8 Mio. m³ Wasser werden in neu angelegte Seen, Feuchtgebiete und Bäche drainiert. Dies senkt das Überschwemmungsrisiko und wirkt dem Effekt sommerlicher Hitzeinseln entgegen.

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