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White Arkitekter, Schweden, Wettbewerb, Wasserturm

Funktionsbau als Wahrzeichen: Neuer Wasserturm für Varberg

Der Entwurf »Våga« von White Arkitekter, die mit 13 Büros in Skandinavien und Großbritannien vertreten sind, geht weit über die Denkweise eines Wasserturms hinaus. So begründet Vivab, der lokale Betreiber der Wasser- und Abfallwirtschaft den Juryentscheid für das Bauwerk des Teams aus Göteborg, dessen horizontaler »Turm« künftig die Wasserversorgung der wachsenden Stadt Varberg sichern soll. Obwohl die vertikale Ausrichtung der Bautypologie eines Wasserturms namentlich schon vorgegeben zu sein scheint, haben die Architekten diese eher unkonventionelle, horizontal orientierte Speicherform entwickelt, ohne die Funktion zu vernachlässigen. 
 
Horizontaler Speicher
Speicherung, Versorgung und Erkennbarkeit sind schlüssig kombiniert: Ein mit Wasser gefüllter Behälter ist über Pfeiler angehoben und kommuniziert die relevanten Funktionen durch subtile, wellenartige Krümmungen in vertikaler und horizontaler Richtung bildlich. Die repetitive Reihung der Segmente ist im übertragenen Sinne als Synonym für die kontinuierliche, unendliche Woge des Trinkwassers in Richtung Stadt zu verstehen. 
Die exponierte Lage im Gelände außerhalb der Stadt sorgt für eine spannungsreiche Silhouette aus allen Blickwinkeln und Distanzen. Von Weitem thront das langgestreckte Volumen dominant über der flachen Landschaft, wird im Vorbeifahren schmaler und offenbart von Nahem dynamische Biegungen mit Schattenverläufen auf der Betonfassade. 
 
Gelenkig gelagerte Stützen
Der Baukörper erstreckt sich mit nur neun Metern Breite über knapp 200 m. Getragen wird das Volumen von acht gelenkig gelagerten Stützen, die in ihrer Höhe der Topographie angepasst sind. Ein zentraler Serviceturm dient der Erschließung, der technischen Infrastruktur, sowie der Aussteifung des Überbaus. Dieser ist als Kastenstruktur geplant, die die Last zwischen den Säulen abträgt. Der Wasserdruck gegen die Wände wird in Querrichtung als geschlossener Rahmen abgefangen. Um den Boden des Wasserspeichers zu entlasten und die vertikalen Lasten zu den Pfeilern zu übertragen, wird die Konstruktion mit einem zentralen Längsträger ausgeführt.
 
Angehobener Stausee
Zwei schmale Reservoirs von 88m x 7m befinden sich beidseitig vom Kern. Sie fassen insgesamt rund 10.000 Kubikmeter Wasser. Die Speicherung des Wassers funktioniert nach dem Mischprinzip: Frisches Wasser strömt vom Versorgungskern aus mit hoher Geschwindigkeit von unten ein, um sich dann mit dem vorhandenen Wasser zu vermischen. Die Entnahme funktioniert wie in einem konventionellen Hochbehälter mittels des hydrostatischen Drucks und gewährleistet so eine verlässliche, schwankungsfreie Trinkwasserversorgung für die Gegend. 
 
Im nächsten Schritt soll ein Bauunternehmen mit der Umsetzung beauftragt werden. Der Baubeginn ist für Frühjahr 2020 geplant.

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