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Gebaut wie geplant: Südbahnhof von Hangzhou

Nach fünfjähriger Bauzeit hat im chinesischen Hangzhou der neue Südbahnhof seinen Betrieb aufgenommen. Entworfen vom Hamburger Architekturbüro Gerkan, Marg und Partner (gmp), wurde sein Tragwerk vom Stuttgarter Ingenieurbüro Schlaich Bergermann Partner (sbp) entwickelt. Der neue Bahnhalt ist der drittgrößte der Millionenmetropole, die dank ihrer geografisch günstigen Lage am Jangtse-Delta früh zur kulturellen Blüte kam und bis heute zu den attraktivsten Städten Chinas zählt. Er liegt an der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen dem nordöstlich liegenden, knapp 180 km entfernten Shanghai und dem 1.800 km entfernten Kunming im Südwesten des Landes. Markant für den Bau ist seine quer zu den Gleisen angeordnete, quaderförmige Bahnhofshalle, eine formale Idee, die man vom Düsseldorfer Hauptbahnhof kennt. Dessen Bahnsteighalle wurde 1980-85 nach den Plänen von Wolfgang Döring errichtet.

Der neue Südbahnhof von Hangzhou ist in zwei horizontale Gestaltungsebenen geteilt: Einem in Stahlbeton erstellten und mit Shandong-Granit belegtem Natursteinsockel und einer darüber errichteten Hallenkonstruktion aus Stahl. Im Tiefgeschoss befindet sich eine Shopping-Mall, die zwei angrenzende und ebenfalls neu angelegte Stadtquartiere fußläufig miteinander verbindet.

Im Rhythmus der Gleise
Das Stahldach überspannt den offenen Vorbereich und die sich daran anschließenden 21 Gleise. Seitlich herausgeführt sind jeweils sieben überdachte Bahnsteige, um den beträchtlichen Zuglängen, trotz einer Bahnhofshallenbreite von gut 120 m Rechnung zu tragen. Die hohe Gleiszahl ergibt sich durch dritte Durchfahrtsgleise, die zusätzlich zu den gebräuchlichen zwei an den Bahnsteigen mit durch den Bahnhof geführt werden.

Im Obergeschoss über der Abfahrtsebene findet sich in Gebäudemittelachse ein eingehängter, insgesamt 84 m breiter Wartesaal, der sich über die gesamte Gleisharfe erstreckt. Längs der Gleise ist der Bereich über 42 m stützenfrei. Im Übergang von den überdachten Bahnsteigen zur Bahnhofshalle verspringt die Gebäudehöhe um mehr als 15 m. Das Hallendach scheint hier heruntergefaltet, da die Fassadenoptik hier der des Daches entspricht. Diese Außenwandflächen und auch die Dachhaut bestehen aus weißen Aluminiumpaneelen, die rhythmisch von Lichtbändern gegliedert sind, welche senkrecht über den Schienenscharen liegen. Die aus Fachwerkträgern erstellte Dachkonstruktion lastet auf filigranen Kreuzstützen, die in vier Achsen quer zu den Gleisen angeordnet sind. Eine halbtransparente Deckenverkleidung aus Stahlrundstäben gibt den Blick auf dessen Haupt- und Nebenträger frei.

Um dem sonnenintensiven, subtropischen Klima konstruktiv zu begegnen, wurden an beiden Eingangsfassaden markante, 13,5 m hohe Vertikallamellen aus Kupfer platziert. Der Verschattung dienend, stehen diese wettergeschützt in einer tiefen, stützenfreien Loggia, die sich über die gesamte Gebäudebreite erstreckt.

Kein Unterschied
Im März 2012 hatte DETAIL über den Wettbewerbsentscheid für den Bahnhof berichtet. Die seinerzeit publizierten Renderings gleichen den aktuellen Fotos in beeindruckender Weise.

 

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