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Massivholz, Timber, Apolda, Pavillon

»Gedrucktes« Massivholz: Timber Prototype House, Apolda

Derzeit findet in Thüringen die Internationale Bauausstellung (IBA) statt, in deren Rahmen in Apolda das Timber Prototype House gezeigt wird. Der Pavillon steht auf einer Grünbrache hinter einem weiteren Exponat, einer früheren Feuerlöscherfabrik, die 1938 von Egon Eiermann umgebaut und erweitert wurde. Der Pavillon besteht, abgesehen von seinen stirnseitigen Fensterfronten, aus einer hoch dämmenden Massivholzkonstruktion. Verwendet wurde ausschließlich handelsübliche Fichte aus der Region, insgesamt 100 m³ Standard-Konstruktions-Vollholz (KVH).

Ein Augenmerk lag auf der maximalen Digitalisierung der Produktion, die das Institut für Computerbasiertes Entwerfen und Baufertigung (ICD) der Universität Stuttgart wissenschaftlich betreut hat. Auf Basis einer parametrischen Software gaben die Entwerfer nur noch wenige Hüllkurven vor und definierten baukonstruktive Bedingungen. Der Computer übernahm die Ausführungsplanung und errechnete die Steuerdateien für die CnC-Fräse.

Baukonstruktion
Damit wurden ein 70 mm tiefer Lamellenkamm in das 10/20er Fichtenvollholz gefräst und Luftkammern geschaffen, die den ʎ-Wert des Vollholzes von 1,2 auf 0,8 W/(m·K) senkt. Jeweils zwei Kanthölzer stoßen schmalseitig aneinander, so dass die effektive Wandstärke 40 cm beträgt. An den Kopfenden der Hölzer ist eine parametrisierte Eckverbindung eingefräst, die dem Handwerker ein einfaches Zusammenstecken der Hölzer im 90°-Winkel und damit die Schaffung eines umlaufenden Gebäuderahmens ermöglicht. Verbunden sind die hintereinander sitzenden Kanthölzer monomateriell mit Buchenholzbolzen, die leimfrei mit Pressluft eingeschossen wurden. Der gesamte Pavillon besteht aus 440 Massivholzrahmen, deren Fußboden und Decke gleichartig ausgeführt sind. So wurden sie zu acht Großelementen vorkonfektioniert und auf der Baustelle mit wenigen Schrauben demontabel zusammengefügt. Eine diffusionsoffene, wasserdichte Membran, die um den Rohbau gelegt ist, stellt die Regendichtigkeit sicher. Der Rohbaustufung folgend, wurde auf diese zahllose Holzwürfel als Unterkonstruktion aufgebracht, auf die eine fugenoffene Fassadenlattung montiert ist.

Fensterfront
Die gläserne Stirnseite besteht aus wärmegedämmtem Stufenfalzglas, dessen äußere Scheibe um den Betrag der Holzrahmenstärke größer ist, als die innere. Dieser 40 cm breite Randbereich erhielt einen schwarzen Siebdruck, auf den Kleber zur unmittelbaren Fixierung an die Rohbaukonstruktion aufgebracht wurde.

 

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