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Namics Bürogebäude, Grundriss EG; Arge Corinna Menn und Mark Ammann, Ingegneri Pedrazzini Guidotti

Gefaltet: Deckenplatten aus Spannbeton

Unter Berücksichtigung der Nutzung und des Bedarfs an Open-Space-Flächen konzipierten die Tragwerksplaner für dieses Gebäude ein »raumgenerierendes« Tragwerk aus gefalteten Deckenplatten. Diese Platten sind trotz vergleichsweise geringer Dicken in der Lage, eine Gebäudebreite von fast 13 m völlig stützenfrei zu überspannen. Dank ihrer Leichtigkeit ermöglichen sie zudem großzügige Fensteröffnungen in den Längsfassaden. Zusätzlich zu diesen Vorteilen lässt die gefaltete Deckenform Installationsräume entstehen, in denen unter dem Doppelboden alle technischen Systeme (Elektro-, Daten-, Sanitär-, Heizungs- und Lüftungsleitungen) untergebracht sind. Die Gebäudebeheizung und -kühlung erfolgt durch ein thermoaktives Bauteilsystem, dessen Rohrleitungen sich in der unteren Betonüberdeckung der gefalteten Deckenplatten befinden.

Die gefaltete Struktur lässt sich hinsichtlich der einzelnen flächig belasteten Bereiche in Längsrichtung leicht analysieren: Die Decke wirkt wie ein hoher Balkenträger mit einer Spannweite von 12,87 m. Damit sie den auftretenden Belastungen standhalten kann, variiert ihre Dicke zwischen 15 cm im Mittelfeld und 23 cm an den Auflagern entlang der Längsfassaden. Die Wellenkämme und -täler werden zusätzlich durch Rippen (druck- bzw. zugbelastete Gurte) verstärkt.

Das Dachgeschoss muss aufgrund der örtlichen Bauvorschriften schmaler sein als die anderen Ebenen. Da die Faltdeckenstruktur über dem 3. Obergeschoss nicht in der Lage ist, das Gewicht des Dachaufbaus aufzunehmen, wird die Lastabtragungsrichtung um 90° gedreht, d. h. sie erfolgt nun in Längsrichtung. Aus diesem Grund kommt ein 39,45 m langer Längsträger  zum Einsatz, der auf den beiden seitlichen Gebäudewandpaaren (hier befinden sich Nebenräume und Treppenhäuser) aufliegt. Aufgrund der Spannweiten, der Notwendigkeit, ein Leichtbauelement einzusetzen, aber auch wegen der geplanten Bauphasen fiel die Wahl auf eine Stahlkonstruktion. Diese besteht aus einem geschweißten Hohlkastenträger mit trapezförmigem Querschnitt, der in regelmäßigen Abständen eine seitlich auskragende Stahlkonstruktion trägt.

Eine ausführliche Print-Dokumentation finden Sie in unserer Ausgabe structure 1/2018.

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