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Montrea, Kanada, Golfclub, Architecture49

Golf Exécutif Montréal: Zwischen Mies' und Natur

Das Gelände des Golf Exécutif Montréal liegt auf der Île des Sœurs, einer nur 3,4 km² großen Insel im Sankt-Lorenz Strom unweit des Stadtzentrums der kanadischen Großstadt. Das einst von Nonnen bewirtschaftete und landwirtschaftliche geprägte Eiland gehört zum Hochelaga-Archipel, einer ausgedehnten Inselgruppe im Mündungsbereich des Flusses Ottawa. Während der südliche Teil ein Naturschutzgebiet mit eben diesem Golfclub ist, wurde der Nordteil in den 1950er stark urbanisiert. Damals errichtete Ludwig Mies van der Rohe hier unter anderem drei Hochhäuser und eine mittlerweile stillgelegte Tankstelle.

Zwischen den beiden thematisch weit auseinander liegenden Polen - Mies' und Natur – entwickelte Büro Architecture49 seinen Entwurf mit einem markanten, weit auskragenden 1800 m² großen Dach. Es besteht aus 105 mm starkem Nadelsperrholz mit einem Schwarzfichtenanteil von 90 %. Die Länge der modular aufgebauten Dachelemente entspricht mit 21,6 m der Breite des Clubhauses. Sie sind jeweils 2,4 m weit, was eine Gebäudeachse in Längsrichtung umfasst, die sie vollständig überspannen. In Querrichtung liegen sie auf durchgehenden Leimholzbindern mit ebenfalls 21,6 m Länge und einem Querschnitt von 28 cm x 92 cm. Bemerkenswerterweise beziehen sich die Architekten nicht nur formal auf Mies' Schaffen, sondern auch konstruktiv. Mies van der Rohe war ein Pionier des elementierten Bauens, weshalb die Planer die Konstruktion bewusst aus vorgefertigten Holzelementen erstellen ließen.

Zentrales Anliegen der Architekten war die Schaffung eines offenen Raumes mit einem fließenden Übergang der internen Nutzungen. Es gibt unmittelbare Blickbeziehungen zwischen den wettergeschützten Abschlagplätzen der Golfer, der Bar und den Loungebereichen. Für diese Offenheit war es notwendig, das Gebäude nach einem strengen Grundrissraster zu organisieren. Dies hat nicht zuletzt den Vorteil, das keine Dachlast auf der Glasfassade ruht und die Profile entsprechend dünn ausgeführt werden konnten. Auch der fliegende Effekt des Daches ist das Ergebnis zahlreicher Visualisierungen. Erreicht wurde es mit einer fortlaufenden Minimierung konstruktiver Details sowie der Verlagerung der Haustechnik in das, nicht zuletzt auch deshalb so massiv erscheinende Dachpaket.

 

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