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Dach, Brettschichtholzkonstruktion, Gondelstation, Hochgurgl, Österreich

Gondelstation Top Mountain Crosspoint, Hochgurgl

In nur zehn Monaten Bauzeit ist in 2.175 m Höhe an der Timmelsjoch-Hochalpenstraße der Top Mountain Crosspoint entstanden. Grundsätzlich reagiert dieser Neubau am Hochpunkt der Passstraße auf zwei unterschiedliche Zielgruppen: Wintersportler und Motorradfans. Insofern ist in dem Bau nicht nur ein ganzjährig geöffnetes Restaurant untergebracht, sondern neben der Gondel- auch eine Mautstation sowie tatsächlich Europas höchstgelegenes Motorradmuseum.

Der Entwurf von Michael Brötz aus Hall/Tirol ist inspiriert von Schwüngen, die man sowohl vom Skifahren als auch der Kurvenlage beim Motorradsport kennt. Formales Herzstück ist das geschwungene Dach des Gebäudes, das sich aus der Luft wie ein kaligraphisch gemalter, rechter Winkel ausnimmt. Von Ost nach West quert ein schmaler Torbau – die Mautstation – die Straße und knickt dann um gut 90° nach Süden längs zu dieser ab, wobei sich ebenjener Gebäudeflügel nun merklich aufdickt; Hier sind sowohl das Museum, das Restaurant und auch die Gondelstation untergebracht.

Geschwungene Traufe
Das Dach ist eine Brettschichtholzkonstruktion aus Firstpfette, BSH-Hauptträgern sowie Einhängpfetten. Da das Dach umlaufend auf fast 4 m auskragt und dem Architekten das Ausbilden der beschwingten Form wichtig war, wurde mit eng gesetzten Pfetten gearbeitet. Daraus resultiert eine, bei näherer Betrachtung zwar polygonal ausgeführte, aber von weitem hinreichend gekrümmt erscheinende Traufe. Die Haupt- und ihre Nebenträger wurden nicht zuletzt aus Kostengründen mit Holz-Holz-Verbindungen hergestellt, die von oben verschraubt wurden. Nur bei den Kreuzungspunkten der Hauptpfetten wurde mit doppelten Stahlschlitzblechen gearbeitet, um eine ausreichende Druck-Zug-Verbindung zu erhalten.

Aus der annähernd amorph gekrümmten Dachfläche und der fest vorgegebenen geometrischen Form ergeben sich permanent ändernde Winkel, Bauteillängen und Stöße bei der Unterkonstruktion. Jeder Dachträger wurde so zu einem Einzelstück bei einem Satteldach, das neben dem kurvigen Grundrissverlauf auch seine Neigung von 6° auf 12° verändert. Dafür waren über 2.400 verschiedene Holzbauteile erforderlich, davon über 1.000 unterschiedliche Brettschichtholzelemente. Diese waren nötig, um die Schneelast von 620 KN aufzunehmen, die bei einem inneralpinen Standort vorgeschrieben ist. Lediglich die Gondeleinfahrt zur Liftstation weist eine lineare Konstruktion auf: Hier spannen gerade, 26 m lange BSH-Pfetten von einer Betonaußenwand zur anderen. Diese Elemente mussten mit einem Sattelschlepper die enge Serpentinenstraße hinaufgefahren werden.

 

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