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Schweden, Umea, Bushaltestelle, Wingårdh Arkitektkontor

Holztragwerk als Lichtfilter: Busbahnhof von Umeå

Mit 88.000 Einwohnern ist Umeå die größte Stadt der schwedischen Provinz Norrland und liegt an der Westküste des bottnischen Meerbusens. Das auch »Stadt der Birken« genannte nordische Oberzentrum ist stark geprägt von zweigeschossigen, mit Holz beplankten Altbauten des beginnenden 20. Jahrhunderts; eine hölzerne Busbahnhofsüberdachung städtebaulich erscheint hier durchaus stimmig.

Anders als gewohnt nimmt der neue Busbahnhof keine platzartige innerstädtische Fläche ein, sondern liegt mittig im Straßenprofil des zentralen Nygatan. Im Wesentlichen handelt es sich um einen knapp 160 m langen und 10 m breiten »Bahnsteig«. Auf Höhe der Querstraße Vasagatan ist der überdachte Wartebereich einmal für den hier querenden Verkehr unterbrochen.

Die Dachkonstruktion besteht aus großformatigen Leimholzbindern, die aus formalen Gründen bewusst überdimensioniert wurden. Den Architekten zufolge wäre dies konstruktiv selbst für die erhöhte Schneelast dieser Region nicht erforderlich gewesen. Gewählt wurde die Konstruktion jedoch mit Blick auf die Tageslichtführung, ergänzt um eine Dachfläche aus Glas. Das einfallende Tageslicht wird vom Schattenwurf der massiven Holzbinder rhythmisch gegliedert und so insbesondere in seiner sommerlichen Strahlkraft merklich gedämpft. Bei Dunkelheit wird der Bussteig von verdeckt an den Bindern montierten LED's illuminiert. Sie schaffen ein indirektes und insbesondere für die Busfahrer blendfreies Licht.

Die Holzstruktur sitzt leicht erhöht auf einem Betonfundament, das ein konstruktiver Teil des Bussteigbodens ist. Formal kaum von einem »normalen« Bürgersteig zu unterscheiden, wurde diese Flächen mit Heizschleifen durchzogen, die für ein Abschmelzen des winterlichen Schnees sorgen. Unterhalb des Daches wurden sowohl offene, als auch geschützte Wartebereiche angelegt. Die mittig angeordneten Stützen sind eine holzverkleidete, hohle Fachwerkkonstruktion, die zudem die Wandflächen für die digitalen Hinweistafeln und für hinterleuchtete Wegweiser bilden. Über Wartungstüren in den quaderartigen Tragstrukturen gelangt man an die Informationstechnik und an die Versorgungsschächte. Das geteilte Glasdach neigt sich flach zur Mitte, wo eine verdeckte Rinne liegt, über die die Dachentwässerung erfolgt.

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