You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken
Kö Bogen II, Düsseldorf, ingenhoven architects, Grundsteinlegung, Richtfest, Beton

»Ingenhoven-Tal«: Kö Bogen II in Düsseldorf feiert Grundsteinlegung und Richtfest zugleich

Das Ergebnis des offiziellen Namenswettbewerbes ist noch nicht verkündet, aber der Volksmund hat schon einen Namen für das Großprojekt auf dem ehemaligen Platz vor dem Düsseldorfer Schauspielhaus und dem benachbarten 3-Scheiben-Hochhaus gefunden: »Ingenhoven-Tal«. Dafür stehen nicht zuletzt die steil geneigten Außenwände, die, wie das Pultdach oberhalb des 4. OG mit insgesamt acht Kilometer Hainbuchenhecken bepflanzt werden sollen. Zusammen mit einem Pavillonbau, dessen geneigte, begrünte Dachfläche sich aus dem Vorplatz erhebt und explizit zum Verweilen gedacht ist, formt das Ensemble eine Art Tal mit freiem Blick auf das Schauspielhaus.

Nach dem Tausendfüßler
Bis zum Jahr 2012 überspannte eine unattraktive Hochstraße, der so genannte Tausendfüßler, die am 3-Scheiben-Hochhaus vorbeiführende Hofgartenstraße. Sie wich dem neuen Kö-Bogen-Tunnel und erlaubte eine städtebauliche Neukonzeption an diesem zentralen Ort in Düsseldorf. Vom Straßentunnel aus wird die neue Großtiefgarage unter dem Kö Bogen II erschlossen. Nicht zuletzt wegen des Rückbaus der bestehenden Tiefgarage, des Bauablaufs und der Reduktion des Baulärms für die Anwohner, entschied man sich erstmals in Deutschland bei einem Hochbauprojekt dieser Größenordnung für eine erdbodengleiche Deckelbauweise: Die alte Tiefgaragendecke wurde durch einen Betondeckel ersetzt, um darunter den obsoleten Bestand, gut 20.000 m³ Beton, abzureißen. Der Deckel kragt mit einem leichten Höhenversprung in Richtung Schadowstraße aus. In diesem Bereich wurde in annähernd bergmännischer Art rd. 100.000 m³ Erdreich für fünf Tiefgeschosse ausgebaggert. Gleichzeitig begann auf der Scheibe die neue Blockrandbebauung entlang der Schadowstraße.

Um der Bodenplatte in Höhe des Erdgeschossbodens auch nach dem Abtrag des unterirdischen Altbaus, bzw. des anstehenden Erdreichs ein Auflager zu geben, trieb man zunächst 98 Betonstützen als Pfahlgründungen millimetergenau ins Erdreich. Die Stützen wurden sukzessiv freigelegt, teils Kellerwandabschnitte daran angeschlossen. Sobald die doppelte Geschosstiefe erreicht war, wurde die nächstfolgende Untergeschossdecke betoniert und darunter die Ausschachtungsarbeiten in der Tiefe fortgesetzt.

Spannbetonsplitter
Die eingangs erwähnte, splitterartige geneigte Grünfläche kann statisch als Brückenbauwerk betrachtet werden. Ausgehend von aussteifenden, eingeschossigen Betonwänden ruht die scheibenartige, spitz zulaufende Deckenplatte auf nur vier Rundstützen. Um ihr Eigengewicht, samt der zu erwartenden Verkehrslast (beispielsweise bei Open-Air-Events) ohne einen Unterzug aufzunehmen, besteht die Deckenbewehrung aus vorgespanntem Stahl. Insgesamt wurden beim Kö-Bogen II rd. 7.000 Tonnen Stahl verbaut.

 

FÜR TRAGWERKSPLANER, BAUINGENIEURE & INTERESSIERTE ARCHITEKTEN

STRUCTURE-NEWSLETTER

Wir informieren Sie in unserem Newsletter regelmäßig über tragwerksrelevante Tehmen und richten dabei den Fokus auf die wichtige Rolle der Tragwerksplaner für das Gelingen anspruchsvoller Bauwerke.