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Textilakademie NRW, Mönchengladbach, sop architekten, Foto: thomasmayerarchive.de

Membranumhüllt: Textilakademie NRW in Mönchengladbach

Die Textilakademie NRW in Mönchengladbach wurde von mehreren Verbänden der nordrhein-westfälischen Textilindustrie gegründet und soll künftig dem Facharbeiternachwuchs der Branche eine solide Berufsschulbildung vermitteln. Für den Neubau auf dem Campus der Hochschule Niederrhein zeichneten slapa oberholz pszczulny | sop architekten sowie die Leichtbauspezialisten des Ingenieurbüros formTL verantwortlich.

Membran als Imageträger
Schon von weitem gibt das Gebäude seine Lerninhalte durch die schimmernde Membranhülle zu erkennen. Diese zweite Fassadenhaut steht im deutlichen Kontrast zu dem dahinter liegenden, nüchternen Kubus, in dem sich auf drei Geschossen die Lehr- und Verwaltungsräume um ein zentrales Atrium gruppieren. Sämtliche Fensterflächen liegen hinter der Membrane verborgen, lediglich der Eingangsbereich an der Gebäudeecke zeigt sich unverhüllt mit einer geschosshohen Glasfassade, die oben mit einem schlanken Vordach abschließt.

Schlanke Tragkonstruktion
Um den gewünschten, unregelmäßigen Faltenwurf zu erreichen, unterscheiden sich alle Bahnen der Membranhülle im Zuschnitt voneinander. Hinzu kam der Wunsch der Architekten nach einer möglichst schlanken, unscheinbaren Tragkonstruktion. Als formgebende und lastabtragende Elemente sind Seile vertikal entlang der Fassade von oben nach unten in Kehle und Grat gespannt und teilen sich somit die Last von Windsog und Winddruck.

Die rund 2.100 m2 große, textile Hülle schlingt sich abwechselnd vor und hinter den Seilen rund um den Kubus. Sowohl die Seile als auch die Membrane sind an einer Konstruktion aus liegenden Stahlbögen befestigt, die aus quadratischen Hohlprofilen geformt wurden. Am oberen Fassadenabschluss sind diese gelenkig mithilfe von Stahlkonsolen und -schwertern am Massivbau verankert. Schräge Abstützungen verhindern hier, dass die Stahlbögen nach unten wegklappen. Am unteren Abschluss werden die Zugkräfte aus der Fassade direkt in die Bodenplatte beziehungsweise die Decke der Tiefgarage eingeleitet.

Verborgene Konstruktion
Um die Konstruktion weitgehend zu verbergen, wurde das Gewebe nicht unmittelbar an den liegenden Stahlbögen befestigt. Stattdessen bilden angeschweißte, gebogene Stahlleisten den optischen Abschluss und ermöglichen, die Stoffbahnen annähernd unsichtbar vor den lastabtragenden Bögen mit Abdeckleisten zu klemmen. Während das Gebäude tagsüber trotz der Membran-Durchlässigkeit von rund 48 % wie eine Textilkonstruktion erscheint, tritt nachts, bei beleuchteten Innenräumen, der dahinter liegende Kubus mit seiner unregelmäßigen Fensteranordnung deutlich stärker in den Vordergrund.

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