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Herzog & de Meuron, BuroHappold, Berlin, Quartier, Sanierung, Neubau, Wohngebäude, Büros

Nicht nur reden ...: Bebauung »Am Tacheles« in Berlin

Das Wort »Tacheles« leitet sich vom jiddischen »Tachles« ab, in Verbindung mit »reden, seine Meinung offen sagen«. Der Name des bekannten Berliner Kunsthauses Tacheles geht auf eine Künstlergruppe zurück, die damit ein Zeichen zur freien Meinungsäußerung in der damals noch existenten DDR setzen wollte. Ursprünglich gehörte der bekannte Torbogen zur 1908 errichteten Friedrichstraßenpassage, der seinerzeit zweitgrößten Berliner Einkaufsgalerie. Das im Zweiten Weltkrieg nur mäßig beschädigte Gebäude war um eine große Halle organisiert, die von einer Kuppel überwölbt war. Sie wurde 1982 gesprengt, der Abriss des heute noch existierenden Torbaus war für April 1990 vorgesehen und der Anlass für die Hausbesetzung durch die besagte Künstlergruppe. In den 1990er und Nuller-Jahren des neuen Jahrtausends avancierte die Halbbrache zum »hippen“« Kunsthaus Tacheles, diese Nutzung endete 2008. Es folgten Jahre mit verschiedenen, neuerlichen Besetzungen, Räumungen und Eigentümerwechseln bis das Areal 2014 in den Besitz der New Yorker Vermögensverwaltung Perella Weinberg Partners LP (PWR) überging.

Hof statt Halle
Der Masterplan nach dem nun das 25.000 m² große Areal saniert und in weiten Teilen neu bebaut wird, stammt von Herzog & de Meuron. Ansatzweise adaptiert das Schweizer Architekturbüro das ursprüngliche Volumen und legt mittig darin einen achteckigen Platz an, den man als Reminiszenz an den verlorenen Kuppelbau lesen kann. Darum herum entsteht ein, von verschiedenen Architekturbüros entwickeltes, gemischtes Quartier aus sechs Wohngebäuden, einem Bürokomplex und drei Höfen. Von der Oranienburgerstraße aus wird es über das bekannte Portal und eine zusätzliche Stichstraße zugänglich sein, zur Friedrichstraße hin über einen weiteren Torbau.

Die Bauten werden zwischen 7 bis 9 Geschosse hoch sein und eine gemeinsame Unterkellerung aus drei Untergeschossen mit fast 90.000 m² haben, die weitgehend als Tiefgarage dient. Für eine effiziente Nutzung dieser unterirdischen Flächen wurde eine stützenfreie Deckenkonstruktion mit weiten Auskragungen vorgesehen. Die Anlieferung für das gesamte Areals erfolgt durch ein Gebäude hindurch, zu erwartende punktuelle Verkehrslasten werden hier jedoch nicht unmittelbar ins Erdreich geführt. Stattdessen entwickelten die Ingenieure des BuroHappold ein Hängesystem, dass die einwirkenden Kräfte erst nach oben leitet und von dort dann über die Treppenhauskerne weiter in den Untergrund.

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