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thyssenkrupp Infrastructure, Adam Hörnig, Großbrücke, Rückbau, Lahntalbrücke, Spannbeton, Limburg (Lahn)

Rückbau von Großbrücken – eine Ingenieursaufgabe

Bestandsbrücken bilden bei steigendem Verkehrsaufkommen oft Engstellen, weil einfache Spurerweiterungen nicht möglich sind. Da die Tragwerke zudem nicht für heutige Lastansätze ausgelegt sind, müssen sie in der Regel durch Neubauten ersetzt werden. Befindet sich eine Talbrücke in exponierter Lage bzw. in Naturschutzgebieten, oder queren weitere Verkehrswege bzw. Flüsse, ist ein konventioneller Rückbau durch Sprengung im Allgemeinen ausgeschlossen. In solchen Fällen können Traggerüste zum Einsatz kommen, wie sie bisher nur für den Brückenneubau eingesetzt wurden. Insbesondere der Einsatz von Vorschubrüstungen hat sich bei hohen und langen Talbrücken als besonders effektiv und geeignet erwiesen.

Der Rückbau der in den 1960er-Jahren als Spannbetonkonstruktion errichteten Lahntalbrücke erfolgte auf diese Weise nach einem Sondervorschlag der Firmen Adam Hörnig und thyssenkrupp Infrastructure. Dieses Verfahren bietet im Vergleich zu herkömmlichen Konzepten (z. B. das »Abschneiden« von Brückensegmenten) den Vorteil, dass die Verkehrswege unter der Brücke fast ohne Einschränkungen weiter genutzt werden können und der Abbruch des Überbaus ohne Eingriff in das Tal stattfindet.  

Die konstruktive Besonderheit hier war, dass die Bauzustände im Rückbau erheblich von denen der Herstellung im Freivorbau mit Taktlängen von 4 m abwichen und somit keine planmäßige Bewehrung für viele Rückbauzustände vorhanden war. Insbesondere das Durchtrennen der Spannglieder war nur durch eine aufwendige theoretische Modellbildung und die in-situ Erprobung des Verpresszustands möglich.
 

Eine ausführliche Print-Dokumentation finden Sie in unserer Ausgabe structure 2/2017.

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