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Medina, Mekka, Foster + Partners, Buro Happold, Bahnhof, Stahl

Schneller Pilgern: Haramain-Express Medina-Mekka

Der Haramain-Express pendelt auf einer eigenen Trasse zwischen den islamischen Pilgerzentren Mekka und Medina, beide Endstationen sind Kopfbahnhöfe. Dazwischen hält der Zug noch in der Metropole Dschidda sowie in dessen Satellitenhafen King Abdullah Economic Centre (KAEC). Darüber hinaus gibt es eine Anbindung zum King Abdullah Airport, wo ein weiterer Kopfbahnhof entstanden ist. Die 453 km lange Strecke ist Anfang 2018 in Betrieb gegangen, eine maximale Reisegeschwindigkeit von 300km/h ist vorgesehen. Gleisanlagen und Bahnhöfe wurden unabhängig voneinander gebaut, die repräsentativen Haltepunkte gingen erst in der Folgezeit nach und nach in Betrieb. Die Strecke wurde gebaut, um die islamischen Pilger schneller und sicherer zu den heiligen Städten des Islam zu bringen. Die maximale Streckenkapazität umfasst 160.000 Reisende pro Tag, bei einem möglichen 10-Minuten-Takt. Die Reisezeit zwischen Mekka und Medina beträgt 2:20 h. In Mekka und in Dschidda sind die Bahnhöfe fußläufig an das innerstädtische U-Bahnnetz angebunden.

Stahlsäulen und –bögen
Alle fünf Stationen basieren auf dem gleichen, jeweils 27 m² großen Hallenmodul. Stahlsäulen und -bögen formen freistehende Baumstützen, die sich innerhalb eines quadratischen Rasters wiederholen und sich zu einer gewölbeartigen Deckenstruktur verbinden. Es handelt sich um asymmetrisch gezogene, nach oben verjüngende Stahlrohrprofile, die die eigentliche Deckenfläche segmentieren. Die Teilbereiche wurden mit Metallpaneelen ausgefacht, die mit kleinen, verglasten Lichtöffnungen durchbrochen sind. Die Konstruktion soll an traditionelle arabische Bauten erinnern. Verschiedenfarbige Gläser sollen die intuitive Orientierung erleichtern, ebenso der Umstand, dass nur wenige Ebenenversprünge geschaffen wurden. Bis zu 20.000 Fahrgäste pro Stunde können auf allen Bahnhöfen abgefertigt werden, die Anordnung der Boarding-Einrichtungen erfolgt grundsätzlich in Zugfahrtrichtung. 

Mashrabiya-Fassade
Die Innenräume sind als Erholungsräume vom Wüstenklima zu betrachten, das zwischen -5°C und +55°C am Tag schwanken kann. Die Glasöffnungen der Decke lassen einerseits Tageslicht als kleine Lichtbündel in die Bahnhofshallen einfallen, ihr geringer Durchmesser verhindert gleichzeitig den  direkten Wärmeeintrag in das Gebäude. In allen Bahnhöfen reduziert sich die Temperatur vom Eingang bis zum Bahnsteig, ohne dass dafür eine durchgehende mechanische Kühlung erforderlich ist. An den Bahnsteigen wird die Temperatur mittels großer Gebläse und Feuchtigkeitszerstäuber auf 28°C gehalten. Dekorative Fassadengitter, die an traditionellen Mashrabiyas orientiert sind, wurden außen an der Glasfassade angebracht. Sie tragen zum Sonnenschutz bei und gewähren bei Dunkelheit Einblicke in den Bahnhof.

Generalunternehmer der Bahnhöfe: 

Mekka: Saudi Bin Laden, Dschidda
Dschidda, KAEC: Saudi Oger Ltd, Riad & El Seif Engineering, Al Hamra Area
Medina: Yapi Merkezi, Istanbul

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