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Halftime, COBE, Adidas AG, Herzogenaurach

Schwebender Trägerrost: Adidas-Kantine »Halftime« in Herzogenaurach

Pünktlich zum 70-jährigen Firmenjubiläum schließt Adidas die Bauarbeiten auf seinem neuen Unternehmenscampus in Herzogenaurach bei Nürnberg ab. 1999 waren die ersten Mitarbeiter aus dem Stadtzentrum in eine sanierte Kaserne auf dem ehemaligen Militärgelände am Stadtrand gezogen. Diverse Neubauten folgten, und nun arbeiten erstmals alle 5600 Herzogenauracher Mitarbeiter des Sportartikelherstellers an einem Standort zusammen. Die beiden letzten Bausteine der Campuserweiterung sind der soeben fertiggestellte Bürobau »Arena« von Behnisch Architekten und das Ende 2018 in Betrieb gegangene »Halftime«-Gebäude, das COBE und CL Map gemeinsam mit den Tragwerksplanern von Knippers Helbig konzipiert haben.

Auf seinem rhombischen Grundriss mit rund 7000 m2 Geschossfläche vereint der Neubau die Mitarbeiterkantine, Besprechungsräume, einen Mehrzwecksaal und einen VIP-Bereich mit Showroom. Dynamik strahlt das Haus schon durch seine Dachform aus: Ein weit über die Fassaden auskragender, Schatten spendender Betonträgerrost sein äußeres Kennzeichen. Getragen wird er lediglich von den schwarzen Wandscheiben aus Beton in der Fassadenebene, die allesamt in Gebäudelängsrichtung ausgerichtet sind. An ihrem oberen Ende ist der Trägerrost biegesteif angeschlossen.

Das innere Dachtragwerk ist vom äußeren weitgehend unabhängig und zeigt eine deutlich stärkere Längsausrichtung. Die optisch dominierenden Längsträger bestehen aus V-förmigen, 12 cm dünnen Betonfertigteilen mit 14 m Spannweite zwischen zwei mächtigen, in Gebäudequerrichtung verlaufenden Querträgern. Letztere wurden aufgrund ihrer mehr als 24 m Spannweite als einzige Tragwerksbestandteile auf der Baustelle vorgespannt. Die beiden Hauptträger liegen auf eingespannten Kragstützen auf, die gemeinsam mit einigen wenigen Wandscheiben in den Gebäudekernen und entlang der Fassade für die innere Aussteifung des Gebäudes sorgen.

Zwischen den V-Trägern verlaufende Akustik-Absorber betonen die Gebäudelängsrichtung zusätzlich. Mit Blick auf den Wärmeeintrag wurden die Oberlichtbänder auf rund 30 % der Dachfläche begrenzt. Die geneigten Seitenflächen der V-Träger bewirken eine gleichmäßige Tageslichtverteilung im Gebäudeinneren. Die einzige Kopplung zwischen innerem und äußerem Dachtragwerk bilden einzelne Druckpunkte entlang der Gebäudelängsseite, zwischen den Schenkeln der V-Träger. Die Betonaußenwände wurden als Sandwichkonstruktion erstellt, wobei die tragende Schale außen liegt. An den Wandecken sind innen teils Stützen eingestellt, die wiederum als Auflager des inneren Dachtragwerks dienen.

 

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