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Maurer, Delhi, Brücke

Signature Bridge bei Delhi: geneigter Pylon, riesige Lager

Die Signature Bridge überspannt den Fluss Yamuna, die Delhi mit Wazirabad verbindet. Optisches Kennzeichen und technische Besonderheit ist der asymmetrische Pylon. Maurer baute dafür zwei MSM®-Kalottenlager unter den Pylonfüßen. Laut Hersteller sind sie mit 231.000 kN Auflast die größten CE-gekennzeichneten Lager, die je gebaut wurden. Weitere Besonderheit sind die Pendellager, die die Zugkraft der Rückhalteseile aufnehmen.

Die neue Brücke im Norden von Delhi ist insgesamt 675 m lang, 35 m breit und hat eine Hauptspannweite von 251 m. Mit je vier Fahrpuren pro Fahrtrichtung wird sie die weiter nördlich gelegene Wazirabad-Brücke entlasten. Die Signature Brigde wurde 2004 geplant und soll Ende Oktober eröffnet werden. Bauherr ist die Delhi Tourism and Transportation Development Corporation (DTTDC), Bauunternehmen ein Joint Venture von Gammon (Indien), Construtora Cidade (Brasilien) und Tensacciai (Italien).
    
Geneigter Pylon, asymmetrische Seilanordnung
Architektonische Besonderheit der Schrägseilbrücke ist ihr geneigter, 165 m (über Grund) hoher Pylon, dessen Spitze eine 30 m hohe Stahl-Glas-Konstruktion bildet. Die beiden geneigten Stützen vereinen sich auf halber Höhe des Pylons. Oberhalb münden die Rückhalteseile und die Schrägseile. Letztere werden wie üblich aufgefächert, die Rückhaltseile auf der anderen Seite jedoch konzentriert in sogenannte Pendellager (pendulum bearings) eingeleitet. Da Schrägseilbrücken aber nur mit einem Kräftegleichgewicht funktionieren, wirkt der geneigte Pylon als Gegengewicht. Das reduziert die Zuglasten in den Pendellagern auf eine beherrschbare Größe. Allerdings erzeugt die Neigung sehr große Längskräfte an den Stützenfußlagern.

Im Bau bewegliche Stützenfußlager
Die beiden MSM®-Kalottenlager unter den Pylonfüßen sind 3,0 m x 3,0 m groß und 4,8 m hoch. Sie wiegen je ca. 26 Tonnen, tragen bis zu 231.000 kN Auflast und gleichen Verdrehungen des Pylons aus. Eine weitere Herausforderung neben der schieren Größe war das Errichten des Pylons auf diesen Lagern. Wenn der Pylon Segment um Segment in die Höhe wächst, wird er immer schwerer und die beiden Lager drängen nach außen. Die dadurch entstehenden Zwängungskräfte wären nur sehr schwer aufnehmbar gewesen. Maurer entwickelte deshalb eine Lösung, die während der Bauphase die Querbewegung zuließ: Eines der beiden Lager war nicht von Anfang an komplett fest, sondern hatte eine temporäre Gleitebene quer zum Bauwerk. Dieses bewegliche Lager wurde nach dem Vorspannen der letzten Schrägseile arretiert. Selbst mit dieser Maßnahme betragen die Horizontalkräfte noch 45.000 kN.

Acht Pendellager mit je 8.000 kN Rückhaltekraft
Neben den beiden großen Lagern waren die Pendellager eine weitere Herausforderung. Sie liegen paarweise unterhalb der acht Rückhalteseile. Jedes Pendel gibt die Zugkraft eines Seiles, etwa 8.000 kN, weiter. Insgesamt werden an diesem Punkt 63.800 kN in die Fundamente eingeleitet. Die Pendellager bestehen aus je zwei Stahllaschen. Diese liegen seitlich an den beiden Gelenkaugen, jeweils oben am Stahlüberbau und unten an der Ankerplatte. Laschen und Gelenkaugen wurden mit großen Bolzen verbunden. In den Gelenkaugen befinden sich große Axialgelenklager. Diese Lager lassen Verdrehungen zu und ermöglichen über die Pendelbewegung die Längsverschiebung der Brücke. 
Zu meistern war auch die Schnittstelle Überbau-Lager: Der Stahlüberbau wurde in China gefertigt, das Pendel mit seinen speziellen Lagern in München. Ein intensiver Abstimmungsprozess stellte sicher, dass die Lager exakt in den Überbau passen.


Weitere Horizontalkraftlager und Kalottenlager

Maurer lieferte für die Signature Bridge weitere Lager. An den Enden der Hauptbrücke sowie der Zubringerbrücke wurde jeweils ein Horizontalkraftlager eingebaut. 34 Kalottenlager liegen auf den Brückenpfeilern.

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