You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken
Strohballenschule, Schule, Malawi, Afrika, Holzkonstruktion, Architekturbüro Nudes

Strohballenschule für Malawi: Afrikanische Architektur-Achterbahn

Das indische Architekturbüro Nudes, unter Leitung von Nuru Karim, hat den Wettbewerb um ein serielles Baukonzept für eine weiterführende Schule in Malawi gewonnen. Ausgelobt wurde dieser von der internationalen Wettbewerbsplattform »Archstorming« zugunsten der Non-Government-Organisation (NGO) »Active Africa«. Das siegreiche Konzept basiert auf einer modularen Holzstruktur aus geschwungenen Wänden und Firstlinien, die wahlweise an die humane DNA oder prosaischer an eine hölzerne Achterbahn erinnert. Als möglicher Standort wurde die Ortschaft Benga gewählt, eine Missionsgemeinde, rund 10 km östlich vom Malawi-See und gut 30 km westlich vom des Ntchisi-Waldreservat. Die Ausschreibung forderte einen Entwurf unter Verwendung lokaler Materialien und Konstruktionssysteme. Ferner sollte eine, dem Prinzip der Nachhaltigkeit verpflichtete, modulare Lösung gefunden werden, die sich über mehrere Jahre hinweg in mehreren Bauabschnitten realisieren lässt. Das Raumprogramm umfasst neben der Schaffung zahlreicher Klassenzimmer auch die Anlage von Büros, Computerräumen, einer Bibliothek und diversen Laboren. Das Konzept kann sowohl auf Wohneinheiten für Schüler und Lehrer erweitert werden, wie auch auf Stallungen und Scheunen für einen landwirtschaftlichen Betrieb.

Leiterartiger Rahmen
Nudes' Vorschlag basiert auf einem modularen Holzgerüst aus leiterartigen, A-förmigen Rahmen. Die vertikal angeordneten Rahmen werden in unterschiedlichen Höhen und Breiten miteinander kombiniert und entwickeln so die prägnante, dynamisch-zeltartige Form. Im Sockelbereich sind diese Fassadengefache sehr breit angelegt, sie verjüngen sich nach oben hin stark, zudem ist die Innenwandfläche zur Raummitte hin stark geneigt. Die modulare Struktur bildet regalartige Gefache, die Heuballen aufnehmen, die das prägende Fassadenelement bilden. Diese können im Schadens- oder Verschleißfalle einfach ausgetauscht werden. Alternativ zu dem Stroh schlagen die Architekten Lehm als alternatives, lokales Füllmaterial vor, wobei hierfür die Leitertraglast entsprechend ausgelegt sein müsste und sicherlich nicht mehr ganz so schlank wäre. Die Last der stufenartigen Gefache wird in die seitlichen Leiterholme übertragen, so dass zeltartige Räume entstehen. Der modulare Grundriss bietet die Möglichkeit, mehrere Einheiten rasterartig anzuordnen und so definierte Außenbereichen, etwa für Freizeit oder Sport zu schaffen. Fensteröffnungen entstehen durch ein alternierendes Nicht-Füllen der zweiten und dritten Gefachreihe. Dem afrikanischen Steppenklima entsprechend unverglast ausgeführt, würde dies überdies einen kaminartig, kühlenden Luftaustausch schaffen, da auch die oberste Gefachreihe, unterhalb der Firstlinie, unbefüllt bliebe und wie ein offenes Oberlicht wirkt. Die Zugänge sind - wieder vergleichbar mit einem Zelt - infolge der lichten Höhe an den Kopfseiten der Bauten angeordnet. Hier liegen auch die Nebenräume, wie etwa die Toiletten. Da alle Räumesich zur ebenen Erde befinden und grundsätzlich über einen direkten Ausgang verfügen, sehen Brandgutachter keine akute Personengefahr bei einer Verwendung von leicht entzündlichem Stroh.

FÜR TRAGWERKSPLANER, BAUINGENIEURE & INTERESSIERTE ARCHITEKTEN

STRUCTURE-NEWSLETTER

Wir informieren Sie in unserem Newsletter regelmäßig über tragwerksrelevante Tehmen und richten dabei den Fokus auf die wichtige Rolle der Tragwerksplaner für das Gelingen anspruchsvoller Bauwerke.