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Warnemünde, Teepott, Ingenieurbaukunst

Teepott Warnemünde: »Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland«

Von den Architekten Erich Kaufmann, Carl-Heinz Pastor und Hans Fleischhauer gemeinsam mit dem Bauingenieur Ulrich Müther geplant, wurde das 1968 in Rostock-Warnemünde eröffnete Ausflugslokal mit dem geschwungenen Betonschalendach schnell zum Wahrzeichen der Stadt. Die Bauzeit betrug lediglich 150 Tage – vom Beginn der Projektierung bis zur Übergabe. Die Schalenkonstruktion hat eine Gesamtfläche von etwa 1200 qm. Die nicht linearbegrenzte Hyparschale ist aus drei Grundelementen zusammengesetzt, ihre frei tragende Spannweite beträgt 27,70 m. Die torkretierte Schale ist 7 cm dick, das Verhältnis von Spannweite zu Schalendicke liegt bei ca. 1:400. Die statische Höhe am Mittelpunkt der Schale beträgt 5 m, das Verhältnis von Spannweite zu statischer Höhe beträgt 1:4,8.

Heute gilt das Gebäude als ein wertvolles Zeugnis der ostdeutschen Nachkriegsmoderne. Mit der Verleihung des Titels am 18. Oktober 2018 ehrt die Bundesingenieurkammer gemeinsam mit der Ingenieurkammer Mecklenburg-Vorpommern den markanten Rundbau als historisch bedeutendes Ingenieurbauwerk. Ähnlich wie bei Brückenbauten, Überdachungen oder Türmen wirkt sich die Konstruktion maßgeblich auf die Gesamtform des Gebäudes aus. Als eines der wichtigsten DDR-Bauwerke im Norden wurde der Teepott 1984 unter Denkmalschutz gestellt. Erkennbar ist der Einfluss der Fünfziger- und Sechzigerjahre sowie die Schalenbauten von Félix Candelain in Mexiko, Pier Luigi Nervi in Italien oder Heinz Isler in der Schweiz, die auch Ingenieure und Architekten in der DDR inspirierten. Der Teepott steht exemplarisch für das Werk Ulrich Müthers, dessen Konstruktionen eine Leichtigkeit und Expressivität besaßen, die in der Architektur der DDR nur selten zu finden waren.

Mehr Informationen: wahrzeichen.ingenieurbaukunst.de/

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