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Destillery, Schottland, WIEHAG, Rogers Stirk Harbour + Partners,

Whiskyproduktion unter Grashügeln: Die Macallan Destillerie in Aberlour

Vier Kuppeln wölben sich über kreisförmig organisierten zweigeschossigen Produktionseinheiten. Über dem durchgängigen Untergeschoß mit den Gärungsbehältern liegt die Gitterrostebene des Erdgeschosses. Hier bilden Kreise aus jeweils 12 Brennblasen das Herz der Brennerei. Da die Hochpunkte über den Brennblasen liegen, kann die dort entstehende heiße Luft unter den künstlichen Hügeln aufsteigen und über Dachöffnungen kontrolliert entweichen. Die südliche Kuppel ist höher ausgebildet und markiert das Visitor Center, dessen Empfangsbereich im Untergeschoss betreten wird.

Formfindung Dach

Um aus einer Reihe von fünf Kuppeln ein zusammenhängendes Dach zu formen, werden sie im 3D-Modell mit einer »textilen« Fläche überdeckt. Ein langgezogenes Rechteck zeichnet den Dachrand nach und dient als fixer Rahmen bei der Formfindung. Die Simulation einer gleichmäßigen Flächenlast auf die umgekehrte Dachfläche erzeugt im Bereich der Kuppeln einen Hängelinienquerschnitt mit einer rein zugbeanspruchten Geometrie. Dabei löst sich die Dachfläche auf einer kreisförmigen Linie von der Kuppel und geht in eine komplexe Freiform mit einem gewellten Rand über. Ein auf diese Fläche projiziertes orthogonales Drei-Meter-Raster generiert schließlich die Grundlage für das Tragwerk.

Tragwerkskonzept

Die Materialisierung des digitalen Models ergibt eine Gitterschale mit geraden und lotrecht stehenden Trägern. Jede Kuppel wird von einem geschlossenen, im Grundriss achteckigen Stahlrahmen getragen, der an vier Ecken auf V-förmigen Stützen ruht. Die Rundrohre des Rahmens durchdringen die Holzkonstruktion in den Nullmoment-Linien der Kuppeln. Die V-Stützen leiten die Dachlast in das Untergeschoss aus Stahlbeton.
An der westlichen Dachkante ist die statische Trennung von Beton- und Holzkonstruktion ablesbar. Hier läuft das Dach über der Fahrgasse als offener Rost aus und lagert gleitend auf der Stützwand auf ohne Horizontalkräfte zwischen beiden Bauteilen zu übertragen.



Weitere Informationen:

Holzbau:
Wiehag, Altheim, AT
Landschaftsarchitekt: Gillespies, London, GB

Eine ausführliche Print-Dokumentation finden Sie in unserer Ausgabe structure 4/2018.

Weitere Artikel zur Ausgabe structure 4/2018 finden Sie hier.

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